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ZENTRALVERSAMMLUNG IN POLEN – ZWEITER TEIL – DANZIG, 28. APRIL – 3. MAI 2019

Am 28. April, nach dem großen Treffen in Warschau, reisten die Mitglieder des Generalrats mit allen Provinz-, Regional- und Delegaturoberinnen nach Danzig zum zweiten Teil der Zentralversammlung. Nach dem Krieg, 1945, kamen die jungen Pallottinerinnen hierher und begannen mit einer Gemeinschaft. Sie kamen aus Rajca, das heute zu Belarus gehört. Bis 1983 diente das Kloster als Sitz der polnischen Missionspallottinerinnen. Danach wurde das Provinzhaus nach Warschau verlegt.

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In Danzig wurden wir von der Oberin Sr. Kazimiera Kaczykowska und allen Schwestern herzlich empfangen. Sie zeigten ihre Freude darüber, die höheren Oberinnen aus den verschiedenen Ländern kennenzulernen. Obwohl wir uns nicht in der polnischen Sprache austauschen konnten, überwanden Gesten der Zugewandtheit die Barrieren und ermöglichten es uns, miteinander in Beziehung zu treten und zu kommunizieren.

 

Das Thema der Versammlung war: „Jesus Christus ist derselbe, gestern heute und in Ewigkeit“ (Hebräer 13,8). Der Eröffnungsmesse in der Konventskapelle stand P. Janusz Łuczak SAC vor, der Rektor der Pallottinerkommunität; alle Schwestern der Gemeinschaft nahmen daran teil. Unser Treffen begann mit einem herzlichen Willkommensgruß und dem Bericht der Generaloberin. Sr. Izabela Świerad sagte: „Unser pallottinisches Charisma ist ein zeitgemäßes Charisma. Pallottis Ideen und Methoden des apostolischen Dienstes im Geiste der Zusammenarbeit sind noch sehr aktuell. Neue Zeiten kommen. Wir müssen in Jesus verwurzelt sein, unsere Mentalität ändern und mit Glauben und Mut neue Herausforderungen annehmen. Angesichts der heutigen Zeichen der Zeit müssen wir den richtigen Weg gehen, ein neues grundlegendes Denken für unseren Lebensstil, für das Leben in gesunden Gemeinschaften schaffen, in enger Zusammenarbeit mit den Mitgliedern der Unio und mit den Menschen, die eine bessere Welt aufbauen wollen“.

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Mit ihren Berichten informierten die Mitglieder die Versammlung über die aktuelle Situation der einzelnen Einheiten und über wichtige Angelegenheiten der gesamten Kongregation. Es gab viel zu hören, dankbar zu sein und uns auch Gedanken zu machen. Sr. Marie Claire Mukeshimana, die Noviziatsleiterin des Internationalen Noviziats in Tansania, präsentierte ihren Bericht über die Fortschritte der Novizinnen und sprach über die Freuden und Herausforderungen der Formationsarbeit heute. Zur Zeit sind es 24 Novizinnen aus Ruanda, dem Kongo, Tansania und Kamerun. Sr. Mary McNulty beleuchtete die Bedeutung des interkulturellen Zusammenlebens, ausgehend vom Material eines von der UISG (Vereinigung der Generaloberinnen) organisierten Workshops in Rom (im Januar 2019), an dem vier unserer Schwestern teilnahmen. Dies ist ein wichtiges Thema, das diskutiert werden musste, da sich unsere Kongregation immer mehr in Richtung internationaler und multikultureller Gemeinschaften bewegt.

Am 30. Dezember hielt P. Michał Gutkowski SJ, ein Gastredner, einen Vortrag zum Thema: Wie kann man heute eine Führungskraft sein? Er sprach über vier Kernpunkte der Führungsaufgabe: Wer bin ich und was ist meine Aufgabe; wer ist Jesus für mich, was sind Seine Pläne, – und meine Antwort darauf. Er hob auch die Aspekte des Zuhörens, Nachfolgens und Nachahmens von Jesus hervor, die eine gute Leitungsperson ausmachen sollen. Die Feier der Heiligen Messe schloss die Vormittagssitzung ab.

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Nachdem wir uns die Berichte angehört und über den Vortrag von Pater Michal nachgedacht hatten, verbrachten wir die Zeit mit Reflexion und fruchtbarem Gespräch und berührten verschiedene Aspekte der Kongregation und der Provinzen. Leben des Charismas, Unio, unsere Missionen und Institutionen sowie die Notwendigkeit der beruflichen Ausbildung unserer Mitglieder, um in unseren Bereichen effektiv arbeiten zu können, waren vorrangige Themen der Zentralversammlung. Möge der Herr, Geber aller Gnaden unsere Bemühungen in dieser realen und dringenden Not unserer Kongregation segnen.

In unserer Versammlung erlebten wir auch sehr bedeutsame Momente. Am 1. Mai, dem Fest des Hl. Josef des Arbeiters, feierten wir den Namenstag von Sr. Josephina D’Souza und die Segnung und Einweihung des neu renovierten alten Hauses „auf dem Berg“ (Gorka).

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Die Hl. Messe wurde von Bischof Wiesław Szlachetka, dem Weihbischof der Erzdiözese Danzig, gefeiert, der anschließend nach der Prozession zum „Haus auf dem Berg“ mit der Segnung und Einweihung fortfuhr. Dieses alte Haus war das erste Haus der Schwestern nach dem Zweiten Weltkrieg. Später, als die Zahl der Schwestern gestiegen war, wurde in der Nähe ein neues Kloster gebaut. Viele Jahre lang blieb das alte Gebäude ungenutzt. Vor einigen Jahren erfuhren die Schwestern, dass dieses Haus unter Denkmalschutz steht und dass die Stadtverwaltung finanziell helfen könnte, es zu restaurieren. Die Schwestern nutzten diese Gelegenheit und renovierten das Haus, um dort ein Museum ihrer Geschichte und ihres Apostolats einzurichten. Offiziell heißt es „Integrationszentrum auf dem Hügel“ und ist von einem Bibelgarten umgeben.

Am 2. Mai fand die Beerdigung von Sr. Władysława Sitarz statt, die am 27. April im Alter von 88 Jahren gestorben war. Sr. Władysława diente der Kongregation in verschiedenen Funktionen als Vorgesetzte.

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Sie war Generalvikarin und später Provinzoberin unserer polnischen Provinz. Sr. Władysława widmete sich der Arbeit mit der Jugend, entwickelte die Methode und Idee Pallottis über das Coenaculum und gründete Coenaculums-Gruppen, von denen die polnische Provinz viele Berufungen erhielt. Es war auch das Thema ihrer Dissertation. Als Oberin und in ihrem alltäglichen Leben ermutigte sie die Schwestern immer, geeint zu sein und liebevoll miteinander umzugehen. Sie gab sowohl den Ordensleuten als auch den Laien ein authentisches Zeugnis und war eine gehorsame Dienerin der Kirche. Es war sehr signifikant, dass die höheren Oberinnen unserer gesamten Kongregation die Gelegenheit hatten, an der Beerdigungsfeier teilzunehmen und für sie zu beten. Die Trauermesse wurde von Msgr. Zbigniew Zieliński, dem Bischof von Gdańsk, gefeiert.

Aus unseren Überlegungen sind wir zu den Schlussfolgerungen des Treffens gekommen und haben dabei einige der Anliegen der Kongregation herausgestellt. Die Provinzoberinnen brachten auch Symbole ihrer Kultur mit. Ein sehr ergreifender Moment war, als Sr. Maria Landsberger, als Vertreterin von Sr. Helga Weidemann aus der deutschen Provinz, den Schlüssel von Marienborn, dem Mutterhaus unserer Kongregation, an die Generaloberin überreichte.

In ihren letzten Worten bei der Abschlusssitzung dankte unsere Generaloberin für den Geist der Offenheit und Einheit, des Zuhörens und des gegenseitigen Verstehens unter den Mitgliedern der Zentralversammlung. Sie betonte, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen der Generalleitung und den Provinzoberinnen bei der Erfüllung der von der Kongregation übertragenen Aufgaben ist. Sie fügte hinzu: Wir müssen eins sein, wir müssen im täglichen Leben und im Dienst füreinander zusammenstehen!

Den Abschluss unseres Treffens bildete eine Sendungsfeier während des Abendgebets mit den Gemeinschaftsmitgliedern. Sr. Josephina leitete das Gebet und gab eine kurze Einführung.

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Sr. Izabela richtete eine letzte Botschaft an die Mitglieder der Zentralversammlung, segnete sie und gab ihnen ein symbolisches Geschenk – ein Lamm, das auf Jesus hinweist, das wahre Osterlamm, das die Sünden der ganzen Welt hinwegnimmt, damit wir als österliche Menschen leben können. Sie segnete auch alle Schwestern der Kommunität und überreichte ihnen Rosenkränze.

Am nächsten Tag besuchten wir eine unserer Einrichtungen für Menschen mit verschiedenen Behinderungen in Sobieszewo.

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Am Abend besichtigten wir die Altstadt von Danzig und erfuhren von ihrer ungewöhnlichen Geschichte und Architektur.

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Wir sind der Provinzoberin, ihrem Rat und allen Schwestern der polnischen Provinz für diese besondere und reiche Zeit sehr dankbar. Wir haben die polnischen Schwestern näher kennengelernt und glauben, dass unsere schwesterliche Beziehung uns von nun an zu mehr Zusammenarbeit und Einheit führen wird. Die Freude am Miteinander hat unvergessliche Erinnerungen geschenkt, die unsere höheren Oberinnen nun in ihre Provinzen zurücktragen. Die Aufnahme und Gastfreundschaft der polnischen Provinz war bemerkenswert. Möge Gott ihnen ihre Großzügigkeit vergelten – und wir sagen „Danke Schwestern“!

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Wir sind auch den Pallottinerpatres und-brüdern der beiden polnischen Provinzen für ihre Zusammenarbeit, ihre offenen Herzen und Türen und vor allem für die Möglichkeit, mit ihnen im Seminar von Ołtarzew zusammen zu sein, dankbar. Aus der Geschichte erfuhren wir, dass diese Zusammenarbeit zwischen den polnischen Pallottinern und uns Missionspallottinerinnen begann, als die Generaloberin, Mutter Aquina Klär, auf Einladung von P. Alojzy Majewski, dem Gründer der Pallottiner in Polen, im Juni 1933 aus Deutschland nach Ołtarzew kam, um eine neue Gründung der Kongregation in Polen zu schaffen, da einige Mädchen darum gebeten hatten, Pallottinerinnen zu werden. Im Februar 1934 kamen zwei Schwestern, Mutter Aurelia Wachowska und Schwester Kazimiera Milewska aus Deutschland nach Ołtarzew, um sich auf dieses neue Abenteuer vorzubereiten. Zwei Monate später, im April 1934, zogen die Schwestern mit sieben polnischen Postulantinnen und begleitet von P. Alojzy Majewski SAC nach Rajca (heute Weißrussland), um eine neue Gemeinschaft der Missionspallottinerinnen auf polnischem Boden zu gründen.

Mögen wir alle Gott für die Vergangenheit dankbar sein und möge Er unser Leben heute segnen, damit wir mit dem missionarischen Werk, das vom Heiligen Geist geleitet wird, fortfahren können. Miteinander verbunden, in der Liebe Christi, lasst uns Säerinnen prophetischer Hoffnung für die Welt werden. Heiliger Vinzenz Pallotti, bitte für uns!

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